26 Begriffe aus Neurobiologie, DBT, ACT und Bindungsforschung – traumasensibel erklärt.
ACT (Acceptance & Commitment Therapy)
Hayes et al. (2006): Akzeptiere, was du nicht kontrollieren kannst — und handle nach deinen Werten.
Amygdala-Hijacking
Das Alarmsystem des Gehirns übernimmt die Kontrolle – der präfrontale Kortex (rationales Denken) ist offline.
Cortisol
Stresshormon der Nebenniere – bei chronischem Stress dauerhaft erhöht und erschöpfend.
Detached Mindfulness
Gedanken aus beobachtender Distanz wahrnehmen – ohne sich mit ihnen zu identifizieren oder auf sie zu reagieren.
Dopamin
Neurotransmitter des Belohnungssystems – bei Erwartung von Nähe ausgeschüttet, bei Entzug abrupt abfallend.
Extinction Burst
Kurze Intensivierung des Suchtverhaltens, wenn die gewohnte Belohnung ausbleibt — das letzte Aufbäumen vor dem Erlöschen.
Grey Rock
Schutztechnik für unvermeidbare Begegnungen: emotional flach, monoton, sachlich reagieren — der toxischen Person keine emotionale Nahrung liefern.
Hoovering
„Aufsaugen“: Manipulationsversuch, dich nach Trennung wieder in den Bindungs-Zyklus zu ziehen — von freundlichen Nachrichten bis zu False-Self-Tränen (Durvasula).
Intermittierende Verstärkung
Unregelmäßige Belohnungen erzeugen die stärkste Konditionierung – das Prinzip hinter dem Wechsel aus Nähe und Rückzug.
Kintsugi
Japanische Kunst: Bruchstellen mit Gold reparieren. Narben sind kein Makel, sondern Teil der Stärke.
Kognitive Defusion (ACT)
Gedanken als mentale Ereignisse beobachten („Da ist der Gedanke, dass…“) statt mit ihnen zu fusionieren – Kerntechnik der ACT (Hayes et al., 2006).
Kognitive Dissonanz
Zustand, wenn zwei widersprüchliche Überzeugungen gleichzeitig existieren – das Gehirn versucht, den Widerspruch aufzulösen.
Kokainentzug (Hirnareale)
Helen Fishers fMRI-Studien zeigen: Liebeskummer aktiviert dieselben Hirnareale (VTA, Nucleus Accumbens, Insula) wie der Entzug von Kokain — neurochemisch identisch.
Late Bloomer
Spätes Coming-out im queeren Kontext. Die emotionale Reizüberflutung dieser „zweiten Pubertät“ kann dazu führen, toxische Intensität fälschlich für die ersehnte queere Lebenserfahrung zu halten.
Minority Stress
Erhöhtes Stressniveau durch gesellschaftliche Diskriminierung und Stigmatisierung queerer Menschen (Meyer, 2003).
Negative Reappraisal
Bewusste Fokussierung auf negative Aspekte, um Liebesgefühle aktiv zu reduzieren – neurobiologisch messbar.
Nucleus Accumbens
Belohnungszentrum im Mittelhirn — feuert bei Drogenkonsum genauso wie bei intermittierender Verstärkung. Es unterscheidet nicht zwischen Kontakt und Substanz.
Polyvagal-Theorie
Neurobiologisches Modell von Porges (2011): Das autonome Nervensystem reagiert auf Sicherheit, Gefahr und Erstarrung.
Polyvagal-Theorie
Neurobiologisches Modell von Porges (2011): Das autonome Nervensystem reagiert auf Sicherheit, Gefahr und Erstarrung.
Posttraumatisches Wachstum
Tedeschi & Calhoun (2004): Nach Krisen wachsen viele Menschen über den Ausgangszustand hinaus — mit klareren Werten und tieferer Empathie.
Self-Expansion Model
Aron & Aron (1986): Wir wachsen durch Erweiterung — neue Erfahrungen, Menschen, Skills integrieren wir ins eigene Selbst.
Somatische Marker
Körpersignale (Bauchgefühl, Engegefühl), die unbewusst Entscheidungen steuern – Damasio (1994).
TIPP-Protokoll
Temperature, Intense Exercise, Paced Breathing, Progressive Relaxation – sofortige Notfall-Regulation des Nervensystems.
Trauma-Bonding
Emotionale Bindung durch unvorhersehbaren Wechsel aus Nähe und Rückzug – suchtähnlich konditioniert.
U-Hauling
Begriff aus der lesbischen Community: extrem schnelles Zusammenziehen oder Verschmelzen — kann echte Verbundenheit sein, oft aber beschleunigtes Love Bombing und ungesunde Fusion.
Urge Surfing
Den Impuls wie eine Welle beobachten – er steigt, erreicht seinen Höhepunkt und fällt wieder ab, ohne dass man handeln muss.